Online-seminar

Thema:
Kulturelle Stereotype
Veranstaltungstyp:
Online-seminar
Semester:
Sommersemester 2026
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25301/L1; Modul 25302/L2; Modul 25303/L3; Modul 25304/L4; Modul 25305/L5; Modul 25306/L6; alle Interessierten
Ort:
Online
Termin:
12.06.2026 bis
13.06.2026
Zeitraum:
Freitag 14:00 bis 19:00 Uhr und
Samstag 10:00 bis 17:00 Uhr
Leitung:
Dr. Mirna Zeman
Anmeldefrist:
11.05.2026
Auskunft erteilt:
Dr. Mirna Zeman
E-Mail: mirna.zeman
Hinweis:
Veranstaltung wird als seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Das seminar ist ausgebucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.

In der ‚artenreichen‘ Stereotypenlandschaft stellen kulturelle Stereotype eine besondere ‚Varietät‘ dar. Sozialpsychologen beschreiben sie als eine besondere Spielart vereinfachender Charakterisierung von Menschengruppen. Die Rasterung der Welt in Form einer begrenzten Anzahl voneinander unterscheidbarer und wiedererkennbarer ‚Völker‘ und ‚Nationen‘ z.B. stiftet Ordnung im Wust von Detailinformationen über die soziale Umwelt und ermöglicht Orientierung im Wirrwarr der sprachlich-kulturellen Heterogenität. Als schnell abrufbare Sets vermeintlicher Wesensmerkmale der Menschengruppen stellen kulturelle Stereotype ein wichtiges erkenntnisökonomisches device dar: Sie minimieren den kognitiven Aufwand beim Nachdenken über Differenzen zwischen Menschengruppen. Stereotype entfalten ihre Wirkung jedoch nicht nur auf individualpsychologischer Ebene. Sie materialisieren sich kollektivsymbolisch, das heißt: sprachlich und bildlich in unterschiedlichsten kulturellen Produkten und behaupten sich problemlos über die Grenzen der einzelnen Medien, Genres, Diskurse hinweg. Stereotype über Menschengruppen (darunter Nationalstereotype, Genderstereotype, race stereotypes) sind äußerst tückische Gebilde, weil sie häufig politischen und ideologischen Instrumentalisierungen unterliegen... Im seminar befassen wir uns mit Mechanismen der Entstehung, Verfestigung und Zersetzung kultureller Stereotype. Wir lernen Stereotypen-Theorien kennen und arbeiten mit literarischen und andersmedialen Beispielen. Dies geschieht mit Blick auf die höchstaktuellen Diskurse, die kulturelle Stereotype perpetuieren und Zweige der Kulturwissenschaften (Cultural Studies, Genderforschung, Postcolonial-Studies, Rassismusforschung, Diversity Studies etc.), in denen Beobachtungen der Stereotype eine wichtige Rolle spielen.

Zur Vorbereitung empfohlene Literatur:

Gianenrico Bernasconi/Julia Dilger/Carsten Lohmann (Hg.): "Pictures in our head". Fremd- und Eigenbilder in Europa, Berlin 2010. Manfred Beller/Joep Leerssen (Hg.): Imagology. The Cultural Construction and Literary Representation of National Characters. A Critical Survey, Amsterdam, New York, NY 2007.

Jürgen Link/Wulf Wülfing (Hg.): Nationale Mythen und Symbole in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Strukturen und Funktionen von Konzepten nationaler Identität, Stuttgart 1991.

Hans Henning Hahn (Hg.): Stereotyp, Identität und Geschichte. Die Funktion von Stereotypen in gesellschaftlichen Diskursen, Frankfurt/M. (u. a.) 2002.

Hartmut Winkler: „Bilder, Stereotypen und Zeichen. Versuch, zwischen zwei sehr unterschiedlichen Theorietraditionen eine Brücke zu schlagen“, in: Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft, 41 (1992), S. 142-169.

Mirna Zeman: „Volkscharaktere und Nationalitätenschemata: Stereotype und Automatismen“, in: Tobias Conradi, Gisela Ecker, Norbert Otto Eke u.a. (Hg.): Schemata und Praktiken, Paderborn 2014, S. 97–116.

Leyla Pektas | 06.05.2026