Diversity: „Lab“ und „Talk“ für mehr Chancengerechtigkeit an der FernUni
Foto: FernUniversität
„Chancengerechtigkeit hat an Hochschulen einen eigenen Wert – besonders an der FernUniversität. Sie ist bereits im Gründungsauftrag verankert“, betont Rektor Prof. Stefan Stürmer. Zugleich mahnt er: „Der Druck von außen hat zugenommen, insbesondere aus antidemokratischen Strömungen, die den Wert von Diversität zunehmend infrage stellen. Dem müssen wir entschieden entgegentreten.“
Ideen und blinde Flecken
Im Rahmen des bundesweiten Diversity Day 2026 stand auch an der FernUniversität Hagen alles im Zeichen von Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Beschäftigte aus unterschiedlichen Bereichen kamen im Immersive Collaboration Hub (ICH) zusammen, um sich im Diversity-Lab auszutauschen und gemeinsam an Perspektiven für eine diversitätssensible Hochschule zu arbeiten. Ziel war es, Erfahrungen zu teilen, neue Ideen zu entwickeln und bislang wenig beachtete Aspekte („blinde Flecken“) sichtbar zu machen.
Diskussion an Thementischen
Den Auftakt bildete ein kurzer wissenschaftlicher Impuls der Psychologin Prof. Angela Dorrough. Sie stellte eine Studie vor, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum frauenfeindlicher Medien und verstärkter Frauenfeindlichkeit nachweist.
Im Anschluss wechselten die Teilnehmer:innen in mehreren Runden zwischen sechs Thementischen. In unterschiedlichen Gesprächs- und Arbeitskonstellationen brachten sie ihre Perspektiven, Erfahrungen und Ideen ein – zu Fragen des Diskriminierungsschutzes und der Sensibilisierung, die Situation von First-Generation-Studierenden sowie der Einfluss sozialer Herkunft auf Bildungswege. Auch die Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie, kulturelle Vielfalt und Internationalität, digitale Inklusion von Menschen mit Behinderung sowie Aspekte der Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtlichen Vielfalt standen im Fokus. Die Diskussionen wurden durch Daten aus der fernUniweiten Umfrage zu Diversität und Diskriminierungserfahrungen (2024) fundiert.
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Welche Ansatzpunkte ergeben sich daraus für die FernUniversität? Ein häufig genannter Aspekt war die Bedeutung von Rollenmodellen. „Wenn Vorgesetzte vorleben, wie wichtig Internationalität ist, wirkt sich das unmittelbar aus“, machte eine Teilnehmerin deutlich. Auch beim Onboarding von Erstakademiker:innen kann Offenheit hilfreich sein – etwa wenn Lehrende eigene Erfahrungen sichtbar machen. Darüber hinaus wurde betont, dass sich die Bereitschaft für gendersensible Sprache fördern lässt, indem auch ihre Herausforderungen anerkannt werden: „Sie kann mitunter anstrengend und komplex sein – lohnt sich aber immer.“
Diversity-Talk zum Thema Sexismus in der Villa
Einen Tag später diskutierten Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer und Kanzler Michael Strotkemper mit Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen in einer weiteren Folge der Diversity-Talks in der Villa Bechem über Sexismus im FernUni-Alltag und den Umgang damit. Plumper Sexismus auf dem Flur, Geschlechterstereotype, Benachteiligung und Buddy-Netzwerke in Berufungsverfahren sowie hierarchische Abhängigkeiten in Verbindung mit Machtmissbrauch waren einige Beispiele. Verstärkt sollen zudem Daten als zusätzliche Quelle zu Alltagserfahrungen genutzt werden, etwa aus dem Gender-Report.
Wie stärken wir die Achtsamkeit? Wie wollen wir miteinander umgehen? Am 1. Juli wird ein moodle-Selbstlernkurs zum Schutz vor (sexualisierter) Gewalt und Diskriminierung an Hochschulen freigeschaltet, kündigte Gleichstellungsbeauftrage Lisa Pingel an. Die Hochschulleitung wird zudem dem bundesweiten Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ beitreten, um Sichtbarkeit und Achtsamkeit im Umgang mit dem Thema zu stärken. „Wir wollen die Awareness steigern und Handlungskompetenz stärken“, sagten Stefan Stürmer und Michael Strotkemper Mit der aktuellen Novellierung des Hochschulgesetzes sei darüber hinaus die Hoffnung verbunden, Vorfälle niederschwelliger ahnden zu können.
- Plakate zum Diversity-Lab | mehr (pdf 1 MB)