Präsenzveranstaltungen

Thema:
(Auto-)biografische und mediale Zugänge: Der Lebensborn und seine Kinder im Spiegel der gesamtdeutschen Erinnerungskultur
Veranstaltungstyp:
Online-seminar
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25205/G5; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort:
online
Adresse:
online
Termin:
07.11.2026 bis
08.11.2026
Zeitraum:
Samstag: 8:30 bis 16:30 Uhr
Sonntag: 8:00 bis 12:00 Uhr
Leitung:
Dr. Dorothee Neumaier
Anmeldefrist:
07. Oktober
Anmeldung:
Online-Anmeldung - ab Mitte August
Auskunft erteilt:
Eva Engelhardt (Assistenz Institut für Geschichte und Biographie)
E-Mail: eva.engelhardt
Telefon: +49 2331 987-4010
Hinweis:
Veranstaltung wird als seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Die mediale Darstellung des SS-Vereins Lebensborn prägte nahezu vier Jahrzehnte die öffentliche Erinnerungskultur: Publizistische Veröffentlichungen der Nachkriegsdekaden kolportierten die Vorstellungen der „Lebensborn-Zuchtanstalten“ der Bevölkerung nachhaltig. Zugleich fällt eine starke Polarität auf: Einerseits gelten die Heime des Lebensborn bisweilen immer noch als „Begattungsheime“, in denen SS-Männer gezielt mit blonden Frauen zusammengeführt worden sein sollen, um „dem Führer ein Kind zu schenken“. Andererseits hat sich durch juristische Fehlurteile, vor allem im Zuge der Nürnberger „Nachfolgeprozesse” gegen das Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) die Vorstellung etabliert, dass der Lebensborn ein sozialer Verein mit karitativen Zügen gewesen sei.

Obwohl der mit zahlreichen Mythen behaftete SS-Verein bereits unmittelbar nach dem Krieg auf das rege Interesse der Öffentlichkeit gestoßen war, wurde eine erste wissenschaftliche Studie erst Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht. Die umfassende Integration (auto-)biografischer Berichte von in Lebensbornheimen Geborenen oder im Zuge der „Germanisierung“ verschleppten Kindern in die gesamtdeutsche Erinnerungskultur fand jedoch nur verzögert statt.

Das seminar legt den Fokus auf (auto-)biografische Berichte und verschiedene mediale Zugänge, darunter auch Videointerview-Ausschnitte, welche Biografien von in Lebensbornheimen geborenen Menschen vorstellen. Die anschließende gemeinsame Analyse soll erinnerungskulturelle Entwicklungsprozesse in den Blick nehmen und individuelle Aufarbeitungsprozesse offenlegen.

Teilnahmevoraussetzung: Selbständige Lektüre bzw. eigenständige Vorbereitung verschiedener Videoausschnitte sowie die verpflichtende Vorbereitung und Präsentation eines Referates bzw. Gruppenreferates. Die Moodle-Umgebung wird in der KW 41 geöffnet – die Referatsvergabe sollte in der KW 42 abgeschlossen sein. Sämtliche Literatur und Quellen stehen entweder auf der Moodle-Umgebung bereit, sind über lizensierte UB-Angebote oder frei im Internet zugänglich.

Empfohlene Einführungslektüre:

Christians-Bernsee, Annemone: Lebensborn. In: Historisches Lexikon Bayerns, 20.05.2022, online: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Lebensborn (27.07.2026).

Eva Engelhardt | 27.07.2026