Qualitätssicherung in der Nachwuchsförderung

In allen frühen wissenschaftlichen Qualifikations- und Karrierephase von der Promotion über die PostDoc-Phase bis hin zur Habilitation oder Junior- bzw. Tenure-Track-Professur werden Nachwuchswissenschaftler*innen an der FernUniversität gefördert und unterstützt.

Foto: Beau Lark/Corbis/VCG/Corbis/Getty Images

Promovierende und Promovierte

Mit der Teilnahme an Nacaps(National Academics Panel Study, DZHW) steht für die Gruppe der Promovierenden und Promovierten ein Verfahren der externen Qualitätssicherung zur Verfügung. In regelmäßigen Abständen befragt Nacaps bundesweit Promovierende und Promovierte zu ihren Promotionsbedingungen, Karriereabsichten und Karriereverläufen sowie zu ihren allgemeinen Lebensbedingungen. So werden Vergleiche über die Zeit und über Hochschulen hinweg möglich.

Hier finden Sie einen Ausschnitt aus den bisherigen Ergebnissen, unter anderem mit Vergleichen zwischen der FernUniversität und dem bundesweiten Durchschnitt:

Zur Nacaps-Studie werden eingeschriebene Promovierende eingeladen, d.h.unabhängig davon, ob es sich dabei um sowohl interne als auchoder um externe Promovierende handelt. In der ersten Befragungswelle wurde die Kohorte mit Promotionsbeginn 2017/2018 sowie auch die Promovierenden mit Promotionsbeginn bis einschließlich 2016. In derDie aktuellsten Ergebnisse stammen aus der zweiten Befragungswelle folgte die( Kohorte mit Promotionsbeginn 2019/2020; Erste Befragungswelle Promotionsbeginn vor 2016 bzw. 2017/2018 bzw. vor 2016). Einige Befragte haben hierzu keine Angabe gemacht, sodass der Promotionsbeginn unbekannt ist. Bundesweit haben über 60 promotionsberechtigte Hochschulen an beiden Befragungswellen teilgenommen.

Die Stichproben verteilt verteilen sich an der FernUniversität und bundesweit wie folgtfolgendermaßen auf die Kohorten sowie auf die FernUniversität im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt:

Kohorte Anzahl Datensätze FernUni Anzahl Datensätze Bund
< 2016 99 11.299
2017/2018 54 13.567
2019/2020 59 14.381
Unbekannt 8 1.099
Summe 220 40.346

In der Stichprobe der FernUniversität sind die Fachbereiche „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, „Geisteswissenschaften“ und „Ingenieurwissenschaften“ vertreten. In der bundesweiten Gesamtstichprobe stellen diese Fachbereiche insgesamt in etwa die Hälfte der Personen.

Auffälligerweise ist in der Stichprobe der FernUniversität der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften“ nicht vertreten. Zwar lassen sich die übergeordneten Fachbereiche nicht direkt auf den Fächerzuschnitt der Fakultäten an der FernUniversität übertragen, doch es kann vermutet werden, dass die Fakultät MI in der Stichprobe unterrepräsentiert ist. Dies kann damit zusammenhängen, dass den Promovierenden an der Fakultät MI seltener eine Einschreibung empfohlen wird als an anderen Fakultäten. An der Nacaps-Studie nehmen nur eingeschriebene Promovierende teil.

Quelle: eigene Auswertung aus Nacaps-Datenportal (nicht öffentlich zugänglich), abgerufen im Dezember 2022 unter https://nacaps-datenportal.de/

Die aggregierten Ergebnisse der Gesamtstudie Nacaps-Studie, d.h. ohne Aufteilung nach Hochschule, werden u.a. in einem interaktiven Datenportal auch öffentlich zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der FernUniversität werden im internen Berichtswesen über SharePoint aufgebaut.

Nacaps-Datenportal

Im Rahmen der Nacaps-Studie befragte Promovierende der FernUniversität zeigen andere soziodemografische Merkmale als der Bundesdurchschnitt. Sie

  • sind älter,
  • sind häufiger Eltern,
  • haben seltener ein Elternteil mit Universitätsabschluss, und
  • haben seltener einen Migrationshintergrund.

Nacaps_DiversitätAbbildung: eigene Auswertung aus nacaps-datenportal.de (12/2022)

Befragte an der FernUniversität promovieren deutlich häufiger extern und kaum in strukturierten Programmen. Sie haben seltener eine Stelle an der Hochschule inne oder nehmen ein Stipendium wahr.

Die wöchentlich für die Promotion zur Verfügung stehende Zeit fällt an der FernUniversität geringer aus als um Durchschnitt. Dabei kann z.B. eine Rolle spielen, dass Promovierende an der FernUniversität häufig außerhalb der Hochschule erwerbstätig sind bzw. extern promovieren.

Promovierende an der FernUniversität geben teilweise andere Gründe für die Wahl der Hochschule an als der Durchschnitt: es spielen seltener der Standort, die Forschungsbedingungen, der gute Ruf, die Nähe zum Arbeitsplatz oder attraktive finanzielle Bedingungen eine Rolle. Häufiger werden hingegen der/die Betreuer*in genannt oder sonstige Gründe genannt.

Gleichzeitig schätzen Promovierende an der FernUniversität den Grad der Unterstützung sowohl insgesamt als auch auf fachlicher Ebene seltener als „hoch“ ein als im Durchschnitt. Dies gilt tendenziell ebenfalls (ohne Abbildung) für die Unterstützung in Bezug auf Karriere und Netzwerke, allerdings nicht für die emotionale Unterstützung, die vergleichbar mit dem Durschnitt beurteilt wird.


Nacaps_RahmenbedingungenFoto: eigene Auswertung aus nacaps-datenportal.de (12/2022)

Nur mit ca. der Hälfte der Befragten an der FernUniversität wurde eine Betreuungsvereinbarung geschlossen (Bund: 78%). Auch Betreuungsverhältnisse mit mehreren Betreuer*innen werden an der FernUniversität seltener umgesetzt.

Die Zufriedenheit mit der Betreuung unterscheidet sich an der FernUniversität nicht wesentlich vom Durchschnitt. Allerdings werden auf einer 5-stufigen Skala etwas häufiger die Extremwerte „sehr zufrieden“ und „nicht zufrieden“ angegeben. Konkret auf die Zufriedenheit mit der/dem Betreuer*in bezogen geben FernUni-Promovierende häufiger an, „sehr zufrieden“ zu sein.


Nacaps_BetreuungFoto: eigene Auswertung aus nacaps-datenportal.de (12/2022)

Angaben des Gender-Reports der Hochschulen in NRW sind ebenfalls als externes Qualitätssicherungsinstrument nutzbar, hier mit besonderem Augenmerk auf Gleichstellungsaspekte. Aus der im Dreijahresintervall durchgeführten Erhebung stehen unter anderem Angaben zu Wissenschaftskarrieren und Berufungsverfahren zur Verfügung. Die Ergebnisse des Gender-Reports 2022 finden Sie hier.

Als qualitätssichernde Maßnahme für Promotionen hat das Rektorat den Fakultäten Rahmenbedingungen zur Gestaltung von Betreuungsverhältnissen empfohlen. Diese orientieren sich wiederum an Empfehlungen des Wissenschaftsrats und der Hochschulrektorenkonferenz. Darauf basierend wurden z.B. Muster für eine Betreuungsvereinbarung und für einen Individual Development Plan zur Verfügung gestellt.

Tenure Track

Als qualitätssichernde Maßnahme in Tenure-Track-Verfahren hat die FernUniversität eine ständige Tenure-Track-Kommission eingerichtet. Sie begleitet die Verfahren sowie die Etablierung des Tenure Tracks als Karriereweg aus fakultäts- und fächerübergreifender Perspektive.

Vernetzung

Die FernUniversität ist Mitglied im Universitätsverband zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses (UniWiND) in Deutschland, im Forum Mentoring e.V. und in der Dachorganisation Forschungs- und Transfermanagement FORTRAMA.

Der Austausch mit Graduiertenzentren und Mentoringprogrammen an anderen Universitäten ermöglicht es, wertvolle Impulse für die Nachwuchsförderung und das Mentoring an der FernUniversität zu erhalten, Einblicke in die Standards der Umsetzung von Promotionsverfahren und deren Begleitung durch die Graduierteneinrichtungen an anderen Universitäten zu erhalten und hieraus wiederum Empfehlungen zu den Promotionsverfahren und ihrer Begleitung an der FernUniversität abzuleiten. Auch können über den kontinuierlichen Austausch Themenstellungen, die für die FernUniversität in der wissenschaftlichen Qualifikation besondere Relevanz haben, wie etwa die Diversitätsaspekte oder die Karriereperspektiven im Fächerspektrum der FernUniversität, in den bundesweiten Diskurs der Nachwuchsfördereinrichtungen eingespeist und über den Verband auch an Fördergeber und die Politik herangetragen werden.


Ihre Anregungen zum Thema

Auf dieser Webseite bündeln wir Informationen zur Qualitätssicherung in Hinblick auf den Wissenschaftlichen Nachwuchs an der FernUniversität. Wir werden sie kontinuierlich weiterentwickeln – Ihre Anregungen und Ergänzungen sind dabei herzlich willkommen!

Prof. Dr. Stefan Smolnik Foto: Veit Mette

Prof. Dr. Stefan Smolnik

Prorektor für Forschung und Digitalisierung

E-Mail: stefan.smolnik

Telefon: +49 2331 987-2466

Dr. Hannah Schürenberg-Frosch Foto: Privat

Dr. Hannah Schürenberg-Frosch

Referat Forschungs- und Graduiertenservice

E-Mail: hannah.schuerenberg-frosch

Telefon: +49 2331 987-4661

Referatsleitung

 

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