„Gemeinsam bringen wir unsere PS auf die Straße“

Foto: FernUniversität
Michael Hanses auf dem Hagener Campus

Ohne das Zentrum für Digitalisierung und IT (ZDI) läuft an der FernUniversität nichts: Der FernUni Campus ist überwiegend digital – die Anwendungen sind der Ort, an dem Studium, Lehre und Verwaltung tatsächlich stattfinden. Rund 75.000 Studierende lernen über den virtuellen Studienplatz und Moodle, melden sich über das Prüfungsportal an und legen ihre Prüfungen online ab. Beschäftigte in Wissenschaft und Verwaltung arbeiten mit E-Mail und Videokonferenzen, mit Dokumentenmanagement, SAP und Prüfungsverwaltung. Rund 40 Anwendungen betreibt das ZDI dafür, entwickelt sie weiter und bindet sie sicher aneinander an. Darunter liegt eine eigene Infrastruktur mit rund 1.000 Servern, 9.800 Netzwerkports und mehr als 350 Netzwerkverteilern in zwei Rechenzentren und einigen Cloud-Dienstleistern – rund um die Uhr verfügbar und durch moderne Maßnahmen der IT-Sicherheit geschützt.

All das sichert das ZDI-Team Tag für Tag verlässlich ab – meist unbemerkt. Entsprechend anspruchsvoll ist die Aufgabe, diesen technischen Knotenpunkt zu steuern. Von August 2026 bis zum Jahresende 2027 übernimmt sie kommissarisch Michael Hanses.

Michael Hanses begann seine FernUni-Karriere als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik bei Prof. Dr. Claudia de Witt. Dort arbeitete er erst im Projekt IMPACT, bei dem er zur Einführung von KI-basiertem Feedback und Assessment an Hochschulen forschte. Nach zweieinhalb Jahren wechselte er ins ZLI zum Projekt LEAD:FUH (Learning Empowerment through Analytics and Data), wo er die Projektleitung übernahm. Beide Projekte LEAD und IMPACT sind eng mit dem Forschungszentrum CATALPA verbunden.

Inhaltlich ist der Wirtschaftsinformatiker mit IT-Themen gut vertraut. „Ich kann einen Router von einem Switch unterscheiden, SQL-Skripte schreiben, programmieren und Linux-Server konfigurieren“, erklärt er mit einem Augenzwinkern. Außerdem bringt Hanses ökonomische Erfahrung mit. „Ich bin gelernter Kaufmann im Groß- und Außenhandel.“ Nach seinem Bachelor und Master im Bereich der Wirtschaftsinformatik war er für mehrere Jahre in der freien Wirtschaft tätig. „Ich kann also auch auf Kosten schauen und betriebswirtschaftlich denken.“

Organisation durchdringen

Wie geht es jetzt weiter? „Der erste Schritt ist natürlich, dass ich alle gut kennenlerne – nicht nur wie bisher aus der Außenperspektive“, sagt Hanses. „Ich werde nichts entscheiden, bevor ich nicht die Hintergründe und die Menschen dahinter kenne.“ Im Einklang mit dem gesamtstrategischen Fahrplan der FernUni wird es auch einen Wandlungsprozess im ZDI geben. „Ein großes Thema ist eine kulturelle Veränderung. Wir sollten mehr als Ermöglicher und weniger als Bedenkenträger agieren und wahrgenommen werden.“

Hanses sieht gute Chancen für das Gelingen des Vorhabens, nicht zuletzt wegen der großen Innovationskraft, die derzeit ohnehin im IT-Bereich vorherrscht – allen voran beim Stichwort „Künstliche Intelligenz“. Darüber, dass das ZDI professionell Schritt halten kann, besteht für ihn keinerlei Zweifel: „Ich habe hier vor allem Beschäftigte erlebt, die unheimlich Lust auf ihr Thema haben. Die Leute wollen und können – aber manchmal verlieren wir uns im Papier, ohne die vorhandenen PS auf die Straße zu bringen.“

ZDI unmittelbar dem Rektor zugeordnet

Mann mit Bergsteigerausrüstung auf nebligem Fels Foto: privat
Beherzt und schwindelfrei: Michael Hanses in den Alpen

Auch die strukturelle Einbindung des ZDIs ändert sich. Bisher unterstand die zentrale Einrichtung dem CIO-Board, das sich interdisziplinär aus Expert:innen aus Wissenschaft und Verwaltung zusammensetzt, und in enger Abstimmung mit dem Rektorat strategische Entscheidungen in Sachen IT trifft. Als Chief Information Officer leitete Thorsten Kolmetz das CIO-Board. Diese Steuerungsaufgaben übernimmt seit August übergangsweise das CIO-Office, in dem Mitglieder des Boards zusammenarbeiten. Das ZDI ist nun nicht mehr dem CIO-Board, sondern unmittelbar dem Rektor unterstellt. Michael Hanses fungiert als neues Bindeglied zwischen Hochschulleitung und ZDI. Für die Beschäftigten bedeutet das kurze Wege: Themen aus dem Betrieb erreichen die Hochschulleitung künftig direkter.

„Mit diesen Maßnahmen schaffen wir mehr organisatorische Klarheit“, ordnet Prof. Dr. Stefan Stürmer die Änderungen ein. „Wir entwickeln unsere Digitalisierungs-Strukturen weiter – und stellen uns in Sachen Governance zukunftsfähiger auf.“ Der Rektor dankt Michael Hanses für seine Bereitschaft, die neue Herausforderung anzunehmen. „Ich freue mich sehr, dass wir Herrn Hanses für diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten, auch wenn er hierfür nicht mehr wie bisher das Projekt LEAD:FUH leiten kann.“

Auch privat auf Hochtouren

Michael Hanses verantwortet nun die IT-Security der Hochschule mit – privat setzt er sich ebenso für Sicherheit ein. Als Brandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr schützt er seit vielen Jahren seine kleine Gemeinde Oberkirchen, nahe Winterberg, vor Bränden. Im Sauerland wohnt der sportliche 33-Jährige gemeinsam mit Frau und Kind. Auf dem Land und in der Natur fühlt er sich wohl. Neben Fußball auf dem Rasen führt ihn sein Bewegungsdrang hoch hinaus: Bei Hochtouren erkundet er die felsigen Gipfel der Alpen. Natürlich auch hier professionell ausgerüstet und abgesichert – mit Helm und Klettergeschirr.

12. August 2026 | von Benedikt Reuse | Rubrik: Campus

Kommentare (1)

17.08.2026 14:22
Osman Isfen
Ich wünsche Ihnen alles Gute, lieber Herr Hanses!

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