Präsenz - Seminar

Thema:
Die Soziologie Pierre Bourdieus verstehen
Veranstaltungstyp:
Seminar
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
BA PVS: Modul 25603/S1; Modul 25604/S2; Modul 25607/S5; MA Soz: Modul 26601/1;
Ort:
Hamburg
Adresse:
Campus Hamburg
Termin:
22.01.2027 bis
23.01.2027
Zeitraum:
22.01.2027, 14 Uhr bis zum 23.01.2027 um 15 Uhr
Leitung:
Prof. Frank Hillebrandt
Anmeldefrist:
13.12.2026
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Kommentar

Dass Pierre Bourdieu zu den bedeutendsten Soziologen des letzten Jahrhunderts zählt, ist ein Allgemeinplatz der gegenwärtigen Soziologie. Von ihm geprägte Begriffe wie Habitus, Feld, sozialer Raum, Klasse, Kapitalien, Distinktion, symbolische Ökonomie, Praxis, symbolische Gewalt etc. sind feste Bestandteile soziologischen Sprechens, ohne ein Verständnis von Bourdieus Theorie und Forschung scheint Soziologie in der Gegenwart kaum möglich zu sein. Dabei ist zuerst zu beachten, dass Bourdieu nicht nur ein Theoretiker und Erforscher sozialer Ungleichheit ist. Seine Theorie und sein Forschungsstil gehen weit über das Buch „Die feinen Unterschiede“ hinaus, sie sind allgemeine Vorgaben für die gesamte Soziologie, so werden sie inzwischen auch in der deutschen Soziologie rezipiert.

Genau deshalb versucht das Seminar eine Gesamtschau des umfangreichen Werkes von Pierre Bourdieu. Dies ermöglicht ein grundlegendes Verständnis seiner Denk- und Forschungsweise. Denn bereits in den ersten Studien Bourdieus in Algerien werden wichtige Weichen für die späteren Werke wie „Sozialer Sinn“ und „Meditationen“ gestellt. Auch die sehr frühen bildungssoziologischen Studien sind aufschlussreich für das Verständnis der Soziologie Bourdieus, sie sind nicht nur immer wieder Bestandteil selbst aktueller bildungssoziologischer Diskussionen, sondern zeigen auch die Kernideen eines genetischen Strukturalismus an, die das ganze Werk von Bourdieu prägen. Seine Praxissoziologie, die jenseits von methodischem Strukturalismus und methodischem Individualismus ansetzt und sich aus den frühen Algerien- und Bildungsstudien heraus entwickelt, ist ein wichtiger Ausgangspunkt für viele soziologische Ansätze der Gegenwart. Deshalb werden wir auch Texte aus dem Spätwerk Bourdieus unter dem Gesichtspunkt diskutieren, wie sie eine Soziologie der Gegenwart bereichern können. Dass es in einer solchen Werkschau auch um eine kritische Interpretation der Texte und Forschungsarbeiten von Bourdieu geht, versteht sich von selbst.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der gemeinsamen Lektüre ausgewählter Texte aus dem riesigen Werk von Pierre Bourdieu. Als wichtige Bedingung für die Teilnahme muss daher gelten, dass diese Texte, die ich den angemeldeten Teilnehmer*innen vor dem Seminar zugänglich mache, aufmerksam gelesen werden.

Voraussetzungen für die Teilnahme: Grundkenntnisse der Soziologie (das Seminar richtet sich vor allem an Masterstudierende der Soziologie), Kenntnisse der nach Ihrer Anmeldung zugänglich gemachten Literatur.

Literatur

Bourdieu, Pierre 2010: Algerische Skizzen, Berlin: Suhrkamp, S. 73-142; S. 193-335

Bourdieu, Pierre 2001: Wie die Kultur zum Bauern kommt, Hamburg VSA, S. 25-83

Bourdieu, Pierre 2009: Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt/M.: Suhrkamp (Auszüge)

Bourdieu, Pierre 1993: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt/M.: Suhrkamp (Auszüge)

Bourdieu, Pierre 2001: Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft, Frankfurt/M.: Suhrkamp (Auszüge)

Sekundärliteratur

Schultheis, Franz 2007: Bourdieus Wege in die Soziologie, Konstanz: UVK

Online-Anmeldung

Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus. (Wenn Sie eine verschlüsselte Übertragung der Daten wünschen, wählen Sie in der Adresszeile Ihres Browsers „https://“ statt „http://“ und laden Sie diese Seite neu.) Eine Bestätigung über Ihre Teilnahme senden wir in den nächsten Tagen an Ihre E-Mail-Adresse.

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Frau Herr ohne
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Redation | 16.09.2026